„Wer über „Remigration“ spricht, muss wissen, wovon er spricht.“
Dieser zum Unwort des Jahres 2023 gewählte Begriff begegnet einem in aktuellen politischen Debatten immer häufiger. Was er bedeutet, ist klar: Menschen mit Migrationshintergrund haben kein Bleiberecht in Deutschland und sollen aus der Öffentlichkeit verschwinden. Was das in der Praxis konkret bedeutet, muss man nicht erahnen. Deutschland hat es vor ungefähr 100 Jahren bereits sehr konsequent weitergedacht.
Umso wichtiger ist es aktuell, jungen Menschen zu zeigen, wohin dieser Gedanke führen kann. Auch aus diesem Grund hat sich die Martin-Segitz-Schule dazu entschieden, in diesem Jahr eine Fahrt zur Gedenkstätte Flossenbürg für interessierte Schülerinnen und Schüler anzubieten. Erfreulicherweise waren die freien Plätze schnell vergeben, da das Interesse entsprechend groß war.
Und so fuhren Schülerinnen und Schüler aus allen Klassenstufen und Fachbereichen sowie einige Lehrkräfte am 18.05.2026 mit einem Bus nach Flossenbürg und erhielten – aufgeteilt in zwei Gruppen – Führungen auf dem ehemaligen KZ-Gelände.

Dabei lernten wir etwas über den Alltag des Lagerlebens, die Arbeit im Granitsteinbruch und den Umgang der SS mit den Insassen. Aber auch über Hierarchien unter den Häftlingen, medizinische Experimente, Lebensdauer der Gefangenen und den Umgang mit den Toten wurden wir eindrücklich informiert.
Eine Gruppe konnte sogar den Steinbruch dort besuchen.

“Ideologie beginnt da, wo andere abgewertet werden.”
Besonders berührt hat der Museumsteil, der die Einzelschicksale einiger Insassen aus ganz Europa zeigt. Dort konnten wir im Häftlingsregister stöbern und einige fanden sogar Insassen, die den gleichen Nachnamen trugen wie sie selbst. Dieser Teil zeigte auch eindrucksvoll, dass gar nicht viel dazu gehört hat, um als „remigrationsfähig“ eingestuft zu werden.
Die Führungen endeten mit einem eindringlichen Appell an die Jugend, dies bei künftigen Wahlen im Hinterkopf zu behalten.
Im Anschluss daran nutzen einige noch die restliche Zeit, um das Gelände weiter zu erkunden oder das Krematorium anzusehen.
Nach einem sehr informativen Tag machten wir uns wieder auf in Richtung Fürth, die Köpfe voller Gedanken, die bei einem freiwilligen Nachtreffen noch einmal geteilt und besprochen werden konnten.
Wenn das nächste Mal von „Remigration“ gesprochen wird, werden wir uns sicher an diesen Tag zurückerinnern.